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Interview mit Brigadegeneral a.D. Peter Georg Stütz

Kaum hatte am 24. Februar 2022 der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine begonnen, geriet die Bundeswehr in den Fokus deutscher Verteidigungspolitiker. Dass vieles nach 30 Jahren „Friedensdividende“ bei der Ausstattung der Truppe im Argen lag, war hinlänglich bekannt. Marode Ausstattung, fehlende Mittel, eingeschränkte Handlungsfähigkeit. Es schien, als stünde Deutschland ohne jeden militärischen Schutz im Falle eines Falles da. Die Reaktion kam prompt: Ein Bundeswehr-Sondervermögen von 100 Milliarden Euro wurde geboren. Eine Summe, die alles bisher dagewesene an Finanzleistungen für die Bundeswehr in den Schatten stellt. Um unser Land verteidigen und unsere Bündnisverpflichtungen erfüllen zu können, geht Deutschlands Weg nur über eine leistungsfähige Bundeswehr“ sagt Brigadegeneral a. D. Peter Georg Stütz – er bricht eine Lanze für die deutsche Armee und ihre Führung: „Wir hoffen, dass es niemals mehr Krieg auf deutschem Boden gibt“! Der General hat hinlänglich Erfahrung, war Kommodore des Jagdbombergeschwaders 32 ECR, auch im Kriegseinsatz.

In seinem ECR-Tornado flog er als verantwortlicher Kommandeur den ersten UN-Einsatz über dem Balkan am 07. August 1995, war 2002 und 2011 insgesamt 1,5 Jahre in Afghanistan, war in Mali, im Südsudan, in Djibouti und Somalia und im Einsatzführungskommando der Bundeswehr verantwortlich für alle Auslandseinsätze der Bundeswehr. Im Interview mit INITIATIV – Ihr Magazin für die Region – blickt der General zurück auf seine lange Karriere in der Bundeswehr, gibt eine (militärische) Orientierung über den Verlauf des Krieges in der Ukraine und ein mögliches Ausstiegsszenario, er warnt aber auch davor, die Eskalation mit Russland auf die Spitze zu treiben. Sein Blick auf die NATO: „Unsere NATO-Strategie der Abschreckung hat über Jahrzehnte gut funktioniert – eine starke NATO wird angesichts der Unberechenbarkeit autokratischer Regime mehr denn je gebraucht!“ Dabei gilt für ihn die „nukleare Teilhabe“ und in diesem Zusammenhang die Beschaffung der F-35 als unverzichtbar.